Lektion 5: Ideologien

Politik funktioniert nur durch Spaltung, die wiederum durch Ideologien begünstigt wird. Ideologien sind Ideen, die zu Quasi-Religionen erhoben werden können und damit totalitären Charakter haben.

Dies bedeutet, wenn ich mich z.B. als kirchenhöriger Christ verstehe, dann muss ‚Dieses und Jenes‘ so und so sein. Wenn sich für mich die kommunistische Idee so unglaublich gut anhört, dann werde ich geneigt sein, all die anderen Gesellschaftstheorien auszublenden. Dasselbe gilt für andere Ideologien: Umweltideologie, Feminismus, Nationalismus, Wissenschaftsglauben, Demokratismus, etc.pp. Wie man sieht, gibt es die verschiedensten theoretischen Konstrukte, an denen Menschen ihr Handeln und Denken ausrichten können. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten. Ich behaupte deswegen, solange Menschen sich nicht auf ein Modell festlegen und ihren Geist IMMER für alle Ideen und Erklärungen offen halten, wird das Zusammenleben der Menschen von Respekt und Toleranz geprägt sein.

Sind Ideologien deswegen per sè schlecht? Jaein. Sie sind erst einmal nichts anderes, als der natürliche Versuch des Menschen, das Geschehen um ihn herum, in einen für ihn verständlichen Rahmen zu übersetzen, um sich zurechtzufinden. Somit hat prinzipiell jeder Mensch sein eigenes Bild von der komplexen Welt, die er auf für ihn verständliche Formeln reduziert. Die eingängigsten Formeln liefern die Jahrtausende alten „übermenschlichen“, transzendentalen Religionen, die i.d.R. einen absoluten Wahrheitsanspruch formulieren. ‚Gott‘ oder ‚die Götter‘ als moralische Instanzen bestimmen demnach das Leben des Einzelnen oder der Gemeinschaft. Zu was dies besonders in der Vergangenheit, aber auch heute geführt hat, muss ich wohl niemandem erzählen.

Erst mit der ‚Aufklärung‘ der Neuzeit haben die „irdischen“, von Menschen und für Menschen entwickelten Theorien die Oberhand gewonnen. Insbesondere die Naturwissenschaften haben neue, „überzeugende“ Erklärungsmodelle geliefert und den alten Götterglauben herausgefordert. Dies hat einerseits zur „Freiheit des Geistes“ geführt, andererseits jedoch massive Unruhen in die vormals gefestigten Gesellschaften gebracht. Denn von nun an konnte prinzipiell ein JEDER Träger absoluter Wahrheiten sein, weshalb spätestens hier die Unübersichtlichkeit und das Unverständnis für eine Welt, wie sie sich uns heute zeigt, ihren Anfang nimmt. Wir werden abwechselnd regiert von selbsternannten Demokraten, Nationalen, Sozialisten, Grünen oder Liberalen etc., die sich dann gegenseitig mit Schmutz bewerfen.

Wichtig ist jetzt: Alle diese Gruppen leiten ihr Denken aus einigen wenigen Prämissen ab, sodass ihnen weniger an Wahrhaftigkeit im menschlichen Umgang gelegen ist, sondern vielmehr an Bauernfängerei und Machterwerb.

Die „wichtigste“, weil verabscheuungswürdigste, Ideologie mit universellem Charakter ist heute jedoch der Finanz- und Bankenkapitalismus. Sie ist die Prämisse, aus der sich in diesen Zeiten all die anderen Ideologien ableiten. Insbesondere die Menschen in den Industrieländern haben sich fast allesamt diesem Diktat unterworfen, um sich der Illusion von falscher Freiheit und falschem Wohlstand hinzugeben, obwohl es auf lange Sicht nur Verlierer geben kann. Denn diese Ideologie reißt alle sozialen Grenzen auf, damit einige Wenige von diesem (zum Scheitern verurteilten) System von „Zins- und Zinseszins“ profitieren können. Dem durchschnittlichen Menschen wird dies dann so verkauft, dass wir die ‚EU‘ und die ‚Globalisierung‘ brauchen, um dem unnützen wichtigen Konsum unbeschwert weiter frönen zu können. Dabei ist insbesondere die ‚Globalisierung‘ lediglich ein Euphemismus für die Diktatur von internationalen Banken und Finanzmärkten, die nur durch brave Steuerzahler und Dauerkonsumenten erhalten werden kann.

Als Gegenleistung degenerieren alle Gesellschaften, indem Arbeitslosigkeit und Kriminalität steigen, alle Kulturen durchmischt werden, jeglicher Sinn für Recht und Unrecht abhanden kommt und der Egoismus ungeahnte Höhen erreicht. Hauptsache der Einzelne ist in der Scheinwelt, der ‚Matrix‘ abgelenkt und fängt gar nicht erst an in Kategorien von Gemeinsinn, Konsumverzicht und Demut zu denken. Erst wenn die Schuldenfalle zuschnellt oder man Opfer von staatlicher Willkür wurde, beginnt die Fassade der ‚Globalisierungs‘-Ideologie Risse zu bekommen und man beginnt evtll. die Politik zu hinterfragen.

Denn gerade die Politik, so vielfältig sie sich mit ihren Farbenspielen (Schwarz, Rot, Dunkelrot, Gelb, Grün, Lilablassblau) zeigt, so machtversessen ist sie auch, weswegen sie sich bequem in der ‚Globalisierungs‘-Ideologie eingerichtet hat. Die „Volksvertreter“ können sich durch sie perfekt aus der Verantwortung stehlen und die Schuld an den Krisen auf ‚Phantome‘ wie die „Märkte“, die „faulen Südeuropäer“ oder eben auf die „Zwänge der Globalisierung“ schieben. Die Schuld an fehlgeschlagener Einwanderung tragen dann auch wieder nicht die Politiker, sondern nur der „Rassismus der Deutschen“, die sich selbst nicht genug anpassen können. Dass jedoch diese ‚Globalisierung‘, welche im Prinzip ALLE heutigen Probleme verursacht, nicht einfach vom Himmel gefallen ist, haben anscheinend noch immer die wenigsten begriffen.

Mal ehrlich, wer versteht denn heute eigentlich noch unsere Politiker oder fühlt sich von diesen repräsentiert? Eben. Was dies alles mit Tabuisierung von bestimmten Themen und der ‚Europäischen Union‘ zu tun hat, wird in Lektion 6 und Lektion 8 thematisiert.

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