Psychologie der Politik – Beispiel Italien

Wir kennen den Ausgang der Wahlen in Italien: Der Interims-Regierungschef und Goldman-Sachs-Diktator Mario Monti wurde abgewatscht und stattdessen ist einmal mehr ‚Bunga Bunga‘ Berlusconi wie „Phoenix aus der Asche“ auferstanden. Hinzu kommt, dass der Kabarettist Beppe Grillo mit seiner Bürgerbewegung die politische Landschaft aufrollt. Bleiben für die Medien lediglich die Ex-Kommunisten rund um Pierluigi Bersani, die für die „Vernunft“ der Italiener bürgen, da sie die versiffte EU- und Euro-Tyrannei-Schiene natürlich weiter fahren.

Schauen wir uns doch mal an, was Beppe Grillo zu sagen hat:

Meiner Meinung zeigt er mit dem Finger eindeutig auf das korrupte Wirtschafts-, Banken- und Politikkartell, welches das Volksvermögen vernichtet und die Menschen entmündigt. Diese mafiösen Strukuren werden den Leuten auch immer mehr bewusst, insbesondere wegen dem couragierten Beppe Grillo. Was folgt daraus? Das Macht-Kartell bekommt die Flatter und muss natürlich gegen Grillo hetzen: Populist, Demagoge, Spinner, Clown. Mit diesen Worten belegt man also unangenehme Geister wie ihn und hofft, dass die uninformierten Menschen die Verbindung Grillo = Demagoge/Clown verinnerlichen und aufgehetzt werden.

Für die Deutschen hat diesen Job Peer Steinbrück von der SPD vorzüglich erledigt, der Grillo zusammen mit Berlusconi als die beiden „Clowns“ Italiens bezeichnete. Natürlich wurde diese Aussage „kontrovers“ diskutiert und Herr Steinbrück wurde hier und da (auch aus den eigenen Reihen) gerügt, doch das ist SCHEISSEGAL! Es geht lediglich darum, dem dummen Wahlvolk ein Bild in die Köpfe zu setzen, welches die kritische Auseinandersetzung mit dem Programm und den Aussagen des Politikers Grillo verhindert. Hierfür war es geschickt eingefädelt, Grillo in einem Zug mit Berlusconi zu nennen, der bei Deutschen soviel Sympathie genießt, wie mein Stuhlgang für meine Geschwister.

Der Tenor in deutschen Leser-Kommentar-Spalten war denn auch folgender: „Ja, eigentlich schickt sich so eine Aussage nicht, aber uneigentlich hat er doch Recht.“ Zack die Bohne, Aufgabe mit Bravour bestanden, Herr Steinbrück. Denn merke: Politiker sind nicht dumm, wie die meisten glauben, sondern zehnmal klüger, als die meisten. Die machen das Maul doch nicht auf, ohne dabei konsequent ihre wahren Absichten zu verfolgen. Und welche das sind, wissen wir ja jetzt alle (wenn nicht, Politische Bildung reinfahren).