Buchtipp: Alain de Benoist – Schöne vernetzte Welt

Eine geniale Aufsatzsammlung über unseren heutigen Zeitgeist und dessen Auswirkungen. Wer ein wenig tiefgründiger Literatur nicht abgeneigt ist, sollte reinlesen. Benoist ist m.M.n. ein Denker der Zukunft. Hier nur eine Passage von Hunderten, die es auf den Punkt bringen:

Die Moderne hat somit die geist- und inhaltsloseste Zivilisation Zustande gebracht, die die Menschheit je gekannt hat: Die Werbesprache ist zum Paradigma, zum Muster aller gesellschaftlichen Sprachen geworden, die Herrschaft des Geldes verlangt die Allgegenwart der Ware, der Mensch wandelt sich in einer Atmosphäre des armen Hedonismus in ein Austauschobjekt um; die Technik engt die erlebte Welt in das befriedete und rationalisierte Netz der vornehmen Zurückhaltung ein; Kriminalität, Gewalt und Unsittlichkeit breiten sich aus in einem Krieg aller gegen alle und von jedem gegen sich selbst; das unsichere Individuum schwebt in den entwirklichten Welten der Droge, des Virtuellen und des Medialen; das Land verödet zugunsten unbewohnbaren Stadtrandgebieten und ungeheuren Megastädten; der einsame Mensch geht in einer anonymen, feindlich gesinnten Menge unter, während die alten sozialen, politischen, kulturellen oder religiösen Vermittlungen immer schwächer und undifferenzierter werden.“

(Alain de Benoist – Schöne vernetzte Welt, Tübingen 2001, S.403f)

Es steht alles geschrieben, nur der Großteil der Menschen kämpft jeden Tag gegen die Wahrheit an. Die Wahrheitsliebenden werden von eben diesen Menschen als gefährliche Idioten hingestellt, entweder weil sie zu denkfaul sind oder weil sie böse Absichten verfolgen. Denn der Punkt ist, und das betont Alain de Benoist auch, die miese Entwicklung der Politik und der Wirtschaft und alles andere, das sich unserer Kontrolle entzieht, ist eben nicht „alternativlos“ sondern Ausdruck unserer Bequemlichkeit.

Naja, soll später keiner behaupten, er hätte es nicht wissen können. Lächerlich.

Kultur = Umgang mit den Alten ?!

Mir ist heute wieder einmal so richtig bewusst geworden, welches DER Mechanismus ist, mit dem eine Diktatur den größten Erfolg hat. Gleichzeitig zeigt mir diese Tatsache auch, wie irreversibel der Niedergangsprozess des „weißen Mannes“ ist: Es ist die Trennung des Menschen vom „kulturellen Gedächtnis“!

Das „kulturelle Gedächtnis“ ist die ‚Substanz‘, die eine Gemeinschaft/ ein Volk zusammenhält. Es sind die Geschichten, die man sich über Jahrhunderte wieder und wieder erzählt, die man hegt und pflegt; ergo sind es die Mythen, welche Solidarität und Zusammenhalt stiften. Wie anders konnten sich die DDR-Bürger zu Hunderttausenden gegen das Joch ihrer Diktatur erheben, wenn sie sich nicht ihrer Gemeinsamkeit bewusst geworden wären?

Eine Diktatur sollte also bestrebt sein, am besten so subtil wie möglich, das „kulturelle Gedächtnis“ des Volkes auszuschalten. Dies machen die Diktatoren in Deutschland natürlich, indem sie Millionen Ausländer reinholen und den Biodeutschen einhämmern, dass ihre Geschichte erst ab 1933 beginnt. Man konstruiert also, wenn man das so sagen kann, ein „kulturelles Gedächtnis der Schuld“, mit dem sich heute v.a. medial fast jeder Gemeinschaftssinn zerschlagen lässt.

Aber dies ist nur die eine Seite der Medaille, denn an der Diktatur arbeiten die Deutschen fleißig mit. Dazu ein bemerkenswerter, sehr prägnanter Kommentar von „alleine“ im killerbee-Blog (hab‘ mir die Freiheit genommen den Text zum besseren Verständnis anzupassen):

Wir schimpfen über “Kulturbereicherung”. Warum? Weil wir keine Kultur mehr haben oder kennen. Ein Beispiel: Familie mit zwei Kindern: Wenn die Kinder alt genug sind gehen diese Ihren Weg, und die Eltern/ die “Alten” müssen sehen wie Sie zurecht kommen. Wenn’s nimmer geht, werden die abgeschoben in’s Heim. Warum? Weil man sonst “überlastet” ist. So nun schaut euch mal die an über die Ihr alle herzieht [Anm.: die Ausländer/ Asylanten]. Dort gibt es Kultur, weil sie niemals ihre Eltern abschieben werden oder einfach dahin vegetieren lassen. Da finde ich fängt die Kultur an. Und dann kommt noch dazu, wenn die Kinder auch wieder Kinder haben, wer kümmert sich um diese? Achso ja, der “Staat”. Dann geht mal zu den Zugezogenen, dort sind die Alten die, die sich um Ihre “Enkel” kümmern, und die jungen arbeiten. Und genauso ist es, der “Staat” kümmert sich, der “Staat” macht und alle sagen ja und das ist gut so.
Es interessiert doch keinen was mit Mutter und Vater geschieht, ob die Ihr Altenheim räumen müssen wegen Asylanten, und genau das ist es. Ihr merkt ja garnicht wer hier der Schuldige ist. Nicht der Asylant, der kann am wenigsten dafür. Nein, ihr selbst weil euch die Menschen im Heim garnichts mehr angehen.
Wenn irgend wann mal die Idee kommt, dass für Menschen über 65 kein Geld mehr vorhanden ist, und es besser sei, wenn diese dann selbst Ihr Dasein beenden, nehmt ihr es hin. Warum? Nun, es ist halt besser so.

Deswegen merke: Wenn einem Volk die „Alten“ egal sind und es nicht mehr seiner Ahnen gedenkt, dann ist es tot. 80% der heutigen Deutschen sind „tot“. Bei den anderen Europäern ist es noch nicht ganz so schlimm, dafür werden diese früher oder später demographisch (Geburtenrückgang, Islamisierung) ausgelöscht, wenn es kein Umdenken gibt.

Hyperbourgeoisie

Ich möchte hier einen sehr aufschlussreichen Aufsatz von ‚LE MONDE diplomatique‘ aus dem Jahr 1998 vorstellen, der die Verschiebung sozialer Klassen im aktuellen Turbokapitalismus und dessen Folgen für die Welt thematisiert:

„Die Internationale der Hyperbourgeoisie“

Es geht dabei vor allem um die sogenannte ‚Hyperbourgeoisie‘, welche zum verlängerten Arm der plutokratischen Weltherrschaft der wenigen Multimilliardäre geworden ist. Wir alle kennen die Namen der Superreichen wie Rockefeller, Bill Gates, etc., da sie nicht zuletzt den technokratischen Trend für die Zukunft vorgeben, indem sie alle großen Entwicklungen (Medizin, Technologie, Infrastruktur) kontrollieren. „Verschwörungstheoretiker“ erkennen in diesen sogar ‚Eugeniker‘, deren Plan es ist, bis auf ein paar Hunderttausend die Menschheit auszulöschen und den Rest nach Belieben zu kontrollieren. Siehe z.B. hier! Nun ja, das Potenzial dazu haben diese Menschen auf jeden Fall und es ist deshalb unsere Pflicht ihnen streng auf die Finger zu schauen!

Zurück zur ‚Hyperbourgeoisie‘ (sprich: Hüperburschuasie 🙂 ). Dies ist die neue bürgerliche Klasse, die sich total dem Geldgötzen ergeben hat und deswegen keine Bindung mehr zur traditionellen, „einfachen“ Gesellschaft empfindet. Hauptsache mit dem Strom der Reichen und Schönen schwimmen und Bewunderung der ganzen anderen Materialisten erfahren. Fakt ist, die „Superreichen“ sind auf diese Klasse angewiesen, um ihre Geldmacht aufrechtzuerhalten, da sie „dem Pöbel“ ein neues Idealbild vermitteln: der Weltbürger, der den ganzen „Kram“ wie Nationalismus und Stammesdenken überwunden hat und somit das Zeitalter des Konsumismus und des Einheitsmenschen einläutet.

Zu was diese unbestreitbare Entwicklung führt, hat Alexander Dugin ja richtig in seiner Liberalismuskritik erklärt. Wie menschenverachtend diese neue Klasse der ‚Hyperbourgeoisie‘, nennen wir sie Egomanen, ist, zeigt dieses Zitat aus dem verlinkten Artikel:

„Hinter der globalen Multikulturalität der Hyperbourgeoisie verbirgt sich auch eine neue Variante der Verachtung: Die „Globalen“ blicken auf die „Lokalen“ herab, vor allem auf die Bewohner südlicher Länder, woraus sie das Recht ableiten, ihnen ihre paradiesischen Wohnorte wegzunehmen. Aus dieser Sicht besteht kein großer Unterschied zwischen den nordamerikanischen Umweltschutzvereinigungen, die Teile Amazoniens kaufen, den „demokratischen“ Hollywood-Stars, die einen argentinischen See privatisieren, oder Jagd- und Anglergesellschaften, die riesige Waldgebiete in Kastilien, in der Sologne oder im Tarn einzäunen, um liebenswerten Ruheständlern eine angenehme Freizeit zu ermöglichen.“

Schöne neue Welt 😦

Alexander Dugin: „Agonie des Liberalismus“

Link: http://www.youtube.com/watch?v=TR939G1sXoM

Der russische Intellektuelle Alexander Dugin trifft mit seiner Liberalismus-Kritik den Nagel auf den Kopf!

Im Westen ist das Prinzip „Freiheit von…“ das alles beherrschende Prinzip, welches uns entmenschlicht. Wir sollen Freiheit von ALLEM und JEDEM beanspruchen, sodass wir zu bindungslosen Individualisten werden, die sich „selbst verwirklichen“. Soziale Klassen, Nationalitäten und sogar die Familie sowie das biologische Geschlecht werden nach der konsequenten liberalistischen Ideologie zu Faktoren der UNTERDRÜCKUNG, die es abzuschaffen gilt. Alles was dem „Neuen Menschen“ im Wege steht, wird abgeschafft.

Krank, rassistisch oder potenziell terroristisch ist deswegen jeder, der das Prinzip „Freiheit für…“ bevorzugt. „Freiheit für…“ bedeutet, dass man für seine Traditionen ist: Rasse, Nation, Religion, Sprache, also insgesamt grundlegende menschliche Werte. Dies führt zu der Absurdität, dass in der heutigen „Demokratie“ nicht die Mehrheit über die Minderheit regiert, sondern die Minderheit über die Mehrheit. Alles steht Kopf!

Die Verschleierung dieser Perversion verdeckt sich hinter der so harmlos klingenden „Politischen Korrektheit“. Wenn im Fernsehen oder Radio wieder über „Sexismus“ und „Rassismus“ gequatscht wird, abschalten. Es ist der MINDFUCK, der uns krank macht, weil wir überhaupt keine abweichende Meinung haben dürfen… Wir müssen z.B. Homosexualität nicht nur tolerieren, geschweige denn ablehnen dürfen, nein, wir MÜSSEN sie ganz TOLL finden! Mit menschlicher Freiheit, Würde und gesundem Menschenverstand hat solch ein Gesinnungszwang nicht mehr das Geringste zu tun.

Wohin diese Entwicklung führt, zeigt Herr Dugin auch auf: in den Transhumanismus. Das hört sich irgendwie „Science-fiction“-mäßig an, ist es aber nicht. Die Herren dieser Welt träumen von den ungebundenen Menschen, die man so lenken kann, dass sie im Namen des (technologischen) „Fortschrittes“ alles mit sich machen lassen.

Deshalb gilt: Wir müssen mit dem Selbstverwirklichungswahn aufhören, den uns die Medien täglich in die Köpfe hämmern. Es ist überhaupt nicht schlimm traditionell und konservativ zu sein. Es ist das Normalste dieser Welt!